EPO European Patent Office, NL
Dam & Partners Architekten
European Patent Office (EPO), Rijswijk (NL)
Das Europäische Patentamt (EPA) in Rijswijk bei Den Haag ist eine Hauptzweigstelle der Europäischen Patentorganisation und ein zentraler Standort für die Erteilung europäischer Patente in 39 Mitgliedstaaten.
Der Neubau des European Patent Office (EPO) ist eines der markantesten Bürogebäude der Niederlande und wurde 2018 fertiggestellt. Das Gebäude ersetzt den Bestandsbau aus den 1970er-Jahren und bündelt heute zentrale Funktionen der Organisation an einem Standort.
Entworfen wurde das Gebäude von Ateliers Jean Nouvel in Zusammenarbeit mit Dam & Partners Architekten als schlanker, vollständig verglaster Baukörper mit prägnanter Landmark-Wirkung.
Der Baukörper zeichnet sich durch eine extrem schlanke Geometrie und eine doppelschalige Glasfassade aus, die sowohl gestalterische als auch klimatische Funktionen erfüllt. Die Fassadenzwischenräume dienen der natürlichen Belüftung sowie der Tageslichtsteuerung und tragen zur Reduktion des Energiebedarfs bei.
Integrale Deckensysteme als Bestandteil der TGA-Planung
Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist die hochgradige Integration der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) in die Baukonstruktion und den Innenausbau. Luftkanäle und Leitungen wurden Großteiles in die Geschossdecken integriert, wodurch die architektonische Klarheit und Raumwirkung unterstützt werden. Diese integrale Planung erforderte eine präzise Abstimmung zwischen Tragwerk, Ausbau und TGA.
Im Innenausbau spielen die Deckensysteme eine zentrale Rolle für Komfort, Gestaltung und Energieeffizienz. HC KP Klimaatplafonds war maßgeblich für die Lieferung und Montage der großflächigen Klima-/Kühldeckensysteme verantwortlich. Zum Einsatz kam das System KLH mit der Perforation Rg 2,5–16 %.
Eine Besonderheit des Projekts ist die individuelle Farbgestaltung der Metalldecken. Neben den Farbtönen RAL 9010 und RAL 1006 wurden im ersten Obergeschoss die Farben der Länder der Europäischen Union in die Deckengestaltung integriert. Dadurch wird die Decke nicht nur zum funktionalen Bestandteil der Gebäudetechnik, sondern zugleich zu einem prägenden Gestaltungselement mit direktem Bezug zur europäischen Identität des Gebäudes.
Architektonische Integration und Systemflexibilität
Die großflächigen, modular aufgebauten Klimadecken wurden in die architektonisch anspruchsvolle Innenraumgestaltung integriert. Die technische Funktion des Deckensystems tritt dabei optisch in den Hintergrund und ermöglicht gleichzeitig eine flexible Anpassung an unterschiedliche Büro- und Nutzungszonen.
Die eingesetzten Deckensysteme übernehmen zentrale Aufgaben der Raumkonditionierung: Sie sorgen durch Strahlungsheizung und -kühlung für thermischen Komfort und eine gleichmäßige Temperaturverteilung ohne Zugerscheinungen. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zur Verbesserung der Raumakustik – insbesondere in großflächigen Bürobereichen.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Metalldecken technische Funktionen, Akustik und individuelle Gestaltung miteinander verbinden können. Insbesondere die Integration der Farben der EU-Länder macht die Decke zu einem charakteristischen Bestandteil der Innenarchitektur.
Beteiligte
Intern: Bernd Niessen, Jan De Clercq
Kunde: HCKP Klimaatplafonds B.V.
Architekt: Dam & Partners Architekten
| Objektdaten | |
| Perforation: | Rg 2.5 – 16% |
| Farbe: |
RAL 9010, RAL 1006 sowie individuelle Farbgestaltung mit den Farben der EU-Länder |
| System: | KLH |
| Fläche Streckmetalldecke: | 47.760 m² |
| Funktion: | Akustik, Design, Heizen/Kühlen |
Fotos: ©Ossip













